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In der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in Japan über 900 Schulen die sich der Schwertkunst (Kenjutsu) widmeten. Die herausragende Übungswaffe war das Bokken (Übungsschwert aus Holz).
Solange Kenjutsu im feudalen Zeitalter aufblühte, wurde das Bokken im Training und im Kampf benutzt.
Mit der Abschaffung des Feudalismus in Japan verfielen die Kampfkünste der Samurai. Die Schwertkampfkunst veränderte sich grundlegend, Kenjutsu verwandelte sich in Kendo, einen sportlichen Wettkampf. Im Kendo ersetzte das Shinai das Bokken, eine nachgiebige Waffe aus zusammengebundenen langen Bambusteilen. Das Shinai hat keine Biegung, eine andere Ausgewogenheit und ein viel geringeres Gewicht. Die Bekanntheit des Kendo nahm rasch zu und die realistischen Ausführungen der herkömmlichen Schwertkunst traten in den Hintergrund. Die dieser Kunst zugrundeliegenden Prinzipien wurden durch wenige Schulen und Schwertkämpfer bewahrt. Einer, der sich zu diesen Prinzipien hingezogen fühlte, war Ueshiba Morihei.
Ueshiba erkannte, dass bei der Verwendung verschiedener Waffen und Stilarten der Kern immer der Gleiche war. Der Hieb des Schwertkämpfers, die dabei eingesetzten Muskelpartien, die Bewegung der Hüfte, war ähnlich dem Schlag der bloßen Hand. Eine Drehbewegung, um dem Speer eines Feindes auszuweichen, konnte, wenn man Arm oder Ärmel griff, in einen wirksamen Wurf weitergeführt werden. Dieses Prinzip kannte Ueshiba als "RIAI" ("ri" bedeutet Prinzip; "ai", die Begegnung oder Zusammenführen). Zur gleichen Zeit lebte das Budo auf und Ueshiba gründete seinen eigenen Stil, den er "Aikido" nannte. Der innere Gehalt seines Aikido war RIAI. Heute üben Aikidoka Ueshibas Prinzipien, indem sie mit dem Bokken Suburi-Übungen durchführen, um ihr Verständnis von Aikido zu erweitern.
Aiki-Ken unterstützt das Lernen im Aikido, insbesondere in den Bereichen Atmung, Energie, Präsenz, Haltung, Balance, Zentrierung, Hüft- und Beinarbeit. Das Auge erkennt früher den Beginn einer schnellen Angriffsbewegung. Es entwickelt sich ein besseres Distanzgefühl aufgrund der Länge des Bokken. Die Muskulatur von Schultern und Armen wird gekräftigt. Die natürliche Grundstellung wird verbessert. Die Hüfte wird gekräftigt und stabilisiert. Es ermöglicht schnelle Körperdrehungen in alle Richtungen bei stabilem Gleichgewicht - wichtig bei der Verteidigung gegen mehrere Angreifer.